Rauspund – die große Keilerei

An vier Tagen habe ich (Martin) die 40 Quadratmeter unseres Dachbodens mit Rauspund belegt. Im Folgenden eine kurze Beschreibung für Nachahmer.

Wie dick muss der Rauspund sein?

Wir haben bei 0,75 m Sparrenabstand den Rauspund in Stärke 28 mm verwendet. Der Boden ist jetzt sehr stabil, wahrscheinlich hätten auch 24 mm Stärke ausgereicht.

Welche Länge sollte der Rauspund haben?

Rauspund wird üblicherweise in einer Länge ab 3 m in Stufen von 0,3 m bis ca. 5,5 m angeboten. Beim Kauf des Rauspunds bietet es sich an, ein ganzzahliges Vielfaches des Sparrenabstands zu wählen. Bei uns waren das 6 · 0,75 m = 4,5 m. Da die Stöße zwischen den Brettern auf einem Sparren liegen sollten, lässt sich so der Verschnitt gering halten.

Mit wie viel Verschnitt muss ich rechnen?

Wir hatten 5 Bretter mehr als die reine Grundfläche des Bodens gekauft. Wenn man mit 10 Prozent Verschnitt rechnet, sollte man ganz gut hinkommen.

Welche Schrauben sollte man verwenden?

Natürlich kann man auch Nägel verwenden. Mit einem Druckluftnagler ist man sicher auch schneller als mit dem Akkuschrauber.

Wir haben normale Holzschrauben mit Senkkopf verwendet, die Länge soll ca. 2,5 mal die Dicke des Rauspunds betragen. Hier waren das Spax 5 × 70.

Verdecktes Schrauben in die Feder mit speziellen Dielenschrauben kann ich nicht empfehlen. Das sieht sicher gut aus, weil man keine Schraubenköpfe sieht, aber der Rauspund ist dann an jedem Sparren nur mit einer Schraube befestigt.

Es bietet sich an, für die Schrauben nach einem guten Angebot im Internet zu suchen, hier kann man locker 30 % gegenüber dem nächsten Baumarkt sparen.

Rauspund – rechte Seite oben

Wie viele Schrauben werden benötigt?

Das ist eine kleine Rechenaufgabe: Aus der Breite der zu belegenden Gesamtfläche geteilt durch die (deckende) Breite der Rauspundbretter lässt sich die Anzahl der Reihen berechnen (aufrunden). Außerdem ist die Anzahl der Sparren bekannt.

Mit der Länge der Bretter im Vergleich zur Länge der Gesamtfläche wird bestimmt, wie viele Stöße pro Reihe benötigt werden.

Es werden für jede Reihe an jedem Sparren zwei Schrauben benötigt, plus je zwei Schrauben für jeden Stoß.

Ich bin bei rund 40 m² Gesamtfläche auf 920 Schrauben gekommen und habe 1000 Stück bestellt. Am Ende blieb ein halbes Paket übrig, weil ich z. B. die Dachbodenluke und den Kamin nicht von der Gesamtfläche abgezogen habe.

Rauspund – nachher

Wie wird der Rauspund verlegt?

  1. Mit Randabstand von 1…1,5 cm wird eine Maurerschnur in Längsrichtung gespannt, diese dient als gerader Anfang für die erste Reihe.
  2. Von der ersten Reihe kann man optional die Feder abschneiden. Man sollte sich auch schon mal die Mühe machen und nachrechnen, wie breit das letzte Brett sein muss. Sonst kann es sein, dass man als letztes ein sehr schmales Brett schneiden muss, das wird dann sehr fummelig. Dann besser vom ersten Brett ein Drittel der Breite abschneiden.
  3. Für die erste Reihe werden möglichst gerade Bretter ausgesucht und entlang der Schnur verlegt. Auch an den Stirnseiten muss der Randabstand eingehalten werden. Bei Fußbodenbelägen wird üblicherweise die rechte Seite des Holzes nach oben gelegt, das ist die Seite, die näher an der Mitte des Baumes war. Dadurch wölbt sich das Holz mit der Zeit an den Kanten nach unten und das Hochwölben (»Schüsseln«) wird vermieden. Die Stöße zwischen den Brettern müssen auf einem Sparren liegen.
  4. Mit dem Reststück vom letzten Brett der ersten Reihe wird die zweite Reihe begonnen. Vorteilhaft für die Stabilität ist es, wenn die Stöße benachbarter Reihen nicht auf dem gleichen Sparren liegen.
  5. So wird nach und nach Reihe an Reihe gelegt. An jedem Sparren wird zweimal geschraubt (bzw. genagelt). Die Nut-Feder-Verbindung kann mit einem Stück Restholz und einem Hammer gefügt werden. Vor dem Verschrauben empfiehlt es sich, die Bretter mit Hilfe eines Stemmeisens oder mit Keilen fest aneinanderzupressen.