Wir wollten am Übergang von der Garage zum Haus aus diversen Gründen (bessere Isolation, leiseres Schließen, bessere Dichtheit gegenüber Abgasen) statt einer Brandschutztür eine Nebeneingangstür verbauen lassen. Man hört zwar immer wieder die gebetsmühlenartig wiederholte Aussage, dass dort eine Brandschutztür der Widerstandsklasse T30 zu verbauen sei. (Warum denn nicht gleich Widerstandsklasse T60, T90 oder sogar T180?) Nur die Grundlage für diese Behauptung kann anscheinend niemand liefern.

Nach eingehender Recherche stellt sich heraus: Dieses Detail ist in der Garagenverordnung des jeweiligen Bundeslandes geregelt. Für Niedersachsen ist das die Verordnung über den Bau und Betrieb von Garagen und Stellplätzen, auch Garagen- und Stellplatzverordnung genannt, kurz GaStplVO.

Der dortige § 12 Abs. 3 lautet:
»(1) Garagen dürfen mit sonstigen nicht zur Garage gehörenden Räumen und mit anderen Gebäuden unmittelbar nur durch Öffnungen verbunden sein, die rauchdichte, selbstschließende und mindestens feuerhemmende Türen haben. (2) Satz 1 gilt nicht für Kleingaragen […].«

Eine Kleingarage ist nach § 1 der GaStplVO eine Garage mit weniger als 100 m² Nutzfläche. Das dürfte – wie bei uns – für die meisten privaten Garagen zutreffen. Also: keine Brandschutztür erforderlich.

Dieser Sachverhalt wurde mir telefonisch vom Leiter des Bauaufsichtsamtes Hameln, Herrn Eberhard Kuppig, bestätigt. Laut Aussage von Herrn Kuppig gibt es außer der Garagen- und Stellplatzverordnung keine weiteren Vorschriften zu diesem Thema.

Kleines Detail noch am Rande: Eine einfache T30-Tür wäre auch bei einer Mittel- oder Großgarage nicht ausreichend, weil diese nicht zwingend rauchdicht ist, das ist aber (für Mittel- und Großgaragen) in der GaStplVO gefordert. Die Mär von der T30-Tür ist also ziemlicher Unsinn.